Polpette al sugo - Hackbällchen in Tomatensosse

Polpette al sugo - Hackbällchen in Tomatensosse

25. Oktober 2020Antonio Caramazza

Gibt es Hackbällchen oder Frikadellen eigentlich überall auf der Welt? Hier in Deutschland esse ich jedenfalls gutgemachte Frikadellen sehr gerne. Aber auch auf Sizilien dürfen Hackbällchen nicht auf dem Esstisch der Sizilianer fehlen.
Die polpette al sugo - Hackbällchen in Tomatensoße - sind ein Klassiker der sizilianischen Küche. Für mich ist es ein wunderbares Gericht für heute: Mit dem Ende der Sommerzeit ist es nun endgültig Herbst und Zeit für soulfood.
Die sizilianische Küche ist oftmals eine “arme Leute Küche”. Das Geld reichte bei vielen Menschen nur selten für Fleisch. So waren diese Hackbällchen in Tomatensoße ursprünglich die perfekte Möglichkeit, um Essensreste zu verwerten. Aus Fleischresten, altbackenem Brot und paar weiteren Zutaten wurde kurzerhand ein neues, leckeres Gericht gezaubert. Um aus der Not heraus, mit wenig Fleisch möglichst viele Leute satt zu bekommen, wurde reichlich von dieser schmackhaften Tomatensoße zubereitet und als Soße für Nudeln genutzt. Auch heute wird auf Sizilien Pasta mit so einer Tomatensoße gemeinsam mit den Hackbällchen serviert. Man kann sie aber genauso gut mit einem Stück Brot genießen… und dass man dabei das Brot in die Soße tunken muss, erklärt sich ja wohl von selbst?! :-)
Es ist ein traditionelles Gericht, das aber aus meiner Sicht hervorragend in die heutige Zeit passt: Mit wenig Fleisch kann man dennoch lecker und nachhaltig kochen.

Buon appetito,
euer Antonio.

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Polpette al sugo - Hackbällchen in Tomatensoße

Der sizilianische Koch

Portionen

4

Kategorie

Fleisch

Polpette al sugo - Hackbällchen in Tomatensoße

Zutaten

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    • 500 g Hackfleisch (halb Rind, halb Schwein)
    • 50 g Semmelbrösel
    • 50 g Pecorino, mittelreif oder durchgereift
    • 1 Ei
    • 1 Knoblauchzehe, feingehackt
    • etwas Milch
    • 15 g glatte Petersilie, feingehackt

    • Salz und Pfeffer, nach Geschmack
    • Sonnenblumenöl, zum Braten

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    • 2 Flaschen Tomaten-Passata je 700 g (bester Qualität)
    • ca. 600 ml Wasser
    • 1 Prise Zucker
    • 1 Messerspitze Natron
    • Salz und Pfeffer nach Geschmack
    • Olivenöl

    Zubereitung

    1. Alle Zutaten für die Hackbällchen in einer Schüssel gut miteinander verkneten bis eine weiche und homogene Masse entstanden ist. Falls die Masse zu fest ist, könnt ihr noch etwas Milch hinzufügen; Wenn sie zu weich ist, könnt ihr noch etwas Semmelbrösel hinzugeben.

    2. Ein kleiner Geschmackstest: Eine Pfanne mit etwas Sonnenblumenöl erhitzen und kleine Menge der Hackmasse braten und gegebenenfalls die restliche Hackmasse in der Schüssel nochmal nachwürzen.
    3. Aus der Hackmasse gleichgroße Hackbällchen formen. Ich nehme dafür einen Eisportionierer, damit sie ungefähr alle gleich groß werden. In der Regel ergibt die Masse ca. 16 Hackbällchen.

    4. Anschließend die Hackbällchen in der Pfanne mit Sonnenblumenöl bei mittlerer Hitze anbraten. Dabei sollen sie von allen Seiten nur sehr wenig Farbe annehmen, da sie anschließend noch in der Tomatensoße gegart werden.
    5. Die angebratenen Hackbällchen auf einem Teller mit Küchenpapier abtropfen lassen.
    6. In der Zwischenzeit etwas Olivenöl in einem Topf erhitzen.
    7. Die Passata hinzufügen; die leere Flasche mit ca. 400 ml Wasser füllen und das Wasser dann zur Passata hinzufügen.
    8. Sobald die Soße aufkocht, mit Salz, Pfeffer und einer Prise Zucker würzen.
    9. Eine Messerspitze Natron hinzugeben und rühren. Erläuterung: Das Natron mildert die Säure der Tomatensoße ab; das ist ein Küchentipp meiner Uroma, den sie wiederum von ihrer Uroma hat, etc. :-)
      Keine Sorge, die Soße wird leicht schäumen - das ist völlig Normal.

    10. Die Hackbällchen in die Soße geben und bei milder Hitze ca. 40 Min köcheln lassen.
    11. Heiß servieren und genießen.