Sizilianische Polenta - Frascatula

Sizilianische Polenta - Frascatula

27. Februar 2023Antonio Caramazza

Polenta gibt es nur im Norden von Italien? Weit gefehlt, denn auch auf Sizilien gibt es ein traditionelles Gericht bäuerlichen Ursprungs namens frascatula.

Schon zu Zeiten des alten Roms gehörte puls oder pulmentum als Vorgänger der Polenta zu den Hauptnahrungsmitteln. Damals wurde sie aus Hirse, Dinkel oder Kichererbsenmehl zubereitet. Erst später, als Christoph Columbus den Mais nach Europa brachte, wurde dieser in der italienischen Küche beliebt. 

Auf Sizilien wird sie aber auch heute noch aus Hartweizen- oder Hülsenfrüchtemehl zubereitet. Das liegt vermutlich an der engen Bindung der Sizilianer zum Weizen, die schon seit mehr als zwei Jahrtausenden besteht. Als die Römer nach dem 2. Punischen Krieg Sizilien eroberten, wurde die Insel zum wichtigsten Getreidelieferanten des Römischen Reichs. Der römische Feldherr Cato formulierte: "Sizilien ist die Kornkammer Roms."

Später wurde das Gericht dann von den sizilianischen Hausfrauen mit Gemüse aus dem Garten, wie etwa Mangold, Blumenkohl, Brokkoli oder wildem Fenchel zubereitet. Man nahm das, was da war.  

Inzwischen gibt es auch reichhaltigere Varianten mit Speck oder Fleisch, das traditionelle Rezept ist aber vegan. In einigen Gegenden wird auch Pecorino hinzugefügt.

Vermutlich leitet sich der Begriff frascatula vom französischen flasque ab, das „weich, schlaff“ bedeutet und auf die cremige Konsistenz hinweist. Und genau das ist die frascatula: Eine cremige Basis mit einer ordentlichen Portion Gemüse.

Buon appetito,
euer Antonio

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Sizilianische Polenta - Frascatula

Der sizilianische Koch

Portionen

4

Kategorie

Vegan

Sizilianische Polenta - Frascatula

Zutaten

  • 2 Liter Wasser

  • 1 Kg Gemüse nach Wahl (z.B. Brokkoli, Blumenkohl, Mangold, etc.), geputzt & in Mundgerechte Stücke geschnitten

  • 200 g Semola di grano duro rimacinata (italienisches Hartweizenmehl)

  • Meersalz

  • Olivenöl (z.B. ein Tonda Iblea)

  • optional: Chiliflocken, nach Geschmack

Zubereitung

  1. Großen Topf mit dem Wasser füllen, aufkochen lassen, salzen und darin das Gemüse bei mittlerer Hitze bis zum gewünschten Gargrad köcheln.
    Idealerweise mit halb aufgelegtem Deckel, damit nicht zu viel Wasser verdampft. In der Brühe wird später nämlich die frascatula gekocht.

  2. Sobald das Gemüse gar ist, herausnehmen und beiseite stellen.

  3. Die Brühe erneut zum Kochen bringen und das Hartweizenmehl nach und nach hineingießen. Dabei ständig mit einem Kochlöffel oder Schneebesen rühren, um Klümpchenbildung zu vermeiden.
    Je nach gewünschter Konsistenz etwa 7-10 Minuten unter Rühren kochen lassen (je mehr man kocht, desto dicker wird die Polenta).
    Gegebenenfalls mit Salz abschmecken.

    Tipp:
    Falls während des Gemüsekochens zu viel Wasser verdampft sein sollte, etwas mehr Wasser hinzufügen. Ideal wäre ein Verhältnis von ca. 1:10 (Hatzweizenmehl/Brühe).

  4. Frascatula auf Teller portionieren, Gemüse darauf verteilen, alles mit einem ordentlichen Schuss Olivenöl beträufeln. Wer mag, kann auch etwas Chiliflocken dazugeben.

    Sofort heiß servieren.